Neue »Kühle-Hybrid-Karre« für den Warenkorb e. V. zum Jahreswechsel 2021/22

Verein hat ein neues Nutzfahrzeug für den
Lebensmittel-Transport mit speziellem Kühlraum
für insgesamt 64.100 Euro in Dienst gestellt.

… von Philip Maack, Werler Anzeiger

Von rechts: Rainer Busemann (Enser Bürgermeister), Dr. Michael Michalzik (Wickeder Bürgermeister und Vorsitzender der LEADER Arbeitsgruppe [LAG]), Doris Keysselitz (1. Vorsitzende des Enser Warenkorb e. V.), Rainer Textor (Sponsor), Bernd Schüpphaus, (Fahrerteam des Ense Warenkorbs e. V.), Hartmut Joppien (Fahrerteam des Enser Warenkorbs e. V.) und Alois Franz (Vorstandsmitglied des Enser Warenkorbs e.V.)

Ense / Wickede (Ruhr)  – Da steht sie nun, die neue »Kühle-Hybrid-Karre«, ein FORD-Transit, vor der Tür des Enser Warenkorbs in Ense-Bremen und »tankt« gerade grüne elektrische Energie aus der Steckdose für eine Strecke von bis zu 50 Kilometern Länge. Zwar verfügt der Warenkorb noch nicht über eine Wallbox, doch sie wird, wegen kürzerer Ladezeiten, in den nächsten Wochen nachinstalliert. »Diese Hybrid-Karre hat für uns extreme Vorteile«, erklärt Alois Franz, Vorstandsmitglied des Enser Warenkorbs. »Sie ist z. B. umweltfreundlicher als unser altes Dieselauto.« Das neue Fahrzeug fährt ausschließlich elektrisch. Der verbaute ein Liter große Benzinmotor wird in Verbindung mit einem Generator nur dann benötigt, wenn die Energie der Fahrbatterien unter einen bestimmten Level sinkt.

Die Antriebskräfte des Verbrenners werden ergo nicht genutzt, um das Auto voranzutreiben, sondern sie besorgen in Verbindung mit einem Generator das Aufladen des Batteriensystems während der Fahrt. »Zusätzlich geschieht das auch durch die Nutzung der Bewegungsenergie, durch Rekuperation. Denn die Weisheit: Wer bremst, verliert – wird durch diese Rückgewinnungstechnik ins Gegenteil umgekehrt. Indem sie aus dem Elektromotor einen Generator macht«, erläutert Franz die technischen Hintergründe. Für solch ein Fahrzeug musste der Warenkorb allerdings eine ganze Stange Geld aufbringen. Knapp 64 .100 Euro waren für den neuen FORD-Transporter incl. der Kühlraum-Umbaukosten aufzuwenden. Ein schöner Batzen Geld, den der Warenkorb als gemeinnütziger Verein nicht mal soeben auf der hohen Kante hat.

Schon im Juni 2020 ist vom Warenkorb das Projekt »Kühle Hybrid-Karre« gestartet. Dabei hat er sich Hilfe an mehreren Stellen gesucht. Eine davon war das LEADER-Förderprogramm und eine weitere die wohlwollende Unterstützung der Bürgermeister Rainer Busemann, Ense und Bürgermeister Dr. Michael Michalzik, Wickede (Ruhr). Rund 23.000 Euro hat der Warenkorb so aus diesem Fördertopf erhalten. Für LEADER-Regionalmanager Timo Jäckel eine Premiere. »Es ist das erste Mal, dass wir solch ein Projekt unterstützt haben. Es freut uns, dass wir so unser Portfolio erweitern konnten«, sagt Jäckel, »und genau das ist ja das Schöne an LEADER. Dabei ist einfach vieles möglich.«

Die zweite große Spendenquelle erschloss Rainer Textor dem Warenkorb. Der Unternehmer aus Parsit hat mit seiner Firma RATEX unzählige FFP2- und OP-Masken verkauft. Für jedes Exemplar, das über die Ladentheke ging, hat er fünf Cent für das Projekt des Warenkorbs abgezwackt. Später hat er auch noch Corona-Selbsttests angeboten und den Verein ebenfalls am Gewinn daraus beteiligt. Auf diese Weise sind 25. 000 Euro zusammen gekommen. Und schließlich kommt zu den genannten Finanzierungsquellen auch noch ein Umweltbonus in Höhe von 5.625 Euro hinzu.

Die restliche Summe von rund 10.500 Euro musste der Warenkorb schließlich selbst aufbringen. Dafür hat Alois Franz viele Klinken putzen müssen. »Ich habe quasi den Bettelstab geschwungen«, sagt er und lacht. »Spenden sammeln ist keine einfache Aufgabe. Doch zum Glück hat sich die ganze Mühe am Ende ja auch gelohnt.«

Der neue Hybrid-Transporter ist nicht nur wegen seiner Umwelteffizienz gegenüber dem Diesel-Vorgänger im Vorteil, er bringt noch eine neue Zusatzfunktion mit. »Der Wagen kann kurzfristig sogar tiefgekühlte Waren transportieren«, erzählt Franz und weiter, »dadurch sind wir in der Lage, nun auch mehr Molkereiprodukte und weitere gekühlte Lebensmittel anzubieten. Bislang war das lediglich in Ausnahmefällen möglich, denn die Kühlkette darf zu keinem Zeitpunkt unterbrochen werden.« Mit dem alten Transporter war das nicht so möglich. Dieser hatte z. B. keine ‚Kühlschrankfunktion‘. »Wir können nun den kompletten Laderaum per 230 V-Steckdose wie einen normalen Kühlschrank nutzen«, sagt Franz, »dann bleibt die Ware beispielsweise im Sommer gekühlt und frisch, auch wenn das Auto steht.« Somit wächst die Kapazität der Angebote. »Wir können nun den Transporter über 48 Stunden lang als ein Zwischenlager für Molkereiprodukte einsetzen«, erklärt Franz.

Quelle: Soester Anzeiger, Ausgabe Werl / Ense / Wickede, Freitag, 7. Januar 2022

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